Zeiten voller Überraschungen erlebte die BUND-Ortsgruppe Bad Bellingen-Schliengen.
Der Vorsitzende der BUND-Ortsgruppe, Wilfried Vollmer, fand zusammen mit dem Ornithologen und Steinkauzexperten Franz Preis in der neu installierten Brutröhre in Niedereggenen junge Steinkäuze und das in einem für Steinkäuze recht schlechten Jahr. Dies ist der erste Brutnachweis des Steinkauzes im Eggener Tal. Im Ortsteil Mauchen ist der Steinkauz seit 2006 wieder da.
Die Pflege von artenreichen Lebensräumen hat sich die BUND-Gruppe zur Hauptaufgabe gewählt. So werden jedes Jahr im Januar die Kofweiden von vielen, fleißigen Helfern in Mauchen am Riedbach und am Holebach in Schliengen geschnitten. Die Ruten verarbeitet die Werksiedlung St. Christoph in Kandern.
Auch für die Apfelernte werden jährlich zahlreiche Helfer benötigt. Der daraus hergestellte Schliengener Apfelsaft wird in dem ehrenamtlich organisierten Apfelsaft-Gemeinschaftsprojekt gemostet. Insgesamt vertreiben die Aktiven jährlich zwischen 6.000 und 8.000 l Saft.
Passend dazu wurde ein Obstbaumlehrpfad entwickelt. In Zusammenarbeit mit Obstbauberater Nasilowski vom Landratsamt Lörrach, der Gemeinde, dem Forstrevierleiter Tröndle und dem BUND Ortsverband mit finanzieller Unterstützung des Naturparks Südschwarzwald wurde das Projekt initiiert. Das Eggener Tal zeichnet sich durch große, zusammenhängende Obstwiesen aus, von intensiven Niederstamm-Anlagen bis hin zu alten Streuobstbeständen mit hochstämmigen Bäumen. Auch sind fast alle Obstsorten vertreten, Sauer- und Süßkirschen, verschiedene Apfel und Birnensorten, Zwetschgen, Mirabellen und sogar Aprikosen. Die BUND Gruppe Bad Bellingen-Schliengen pflegt entlang des Pfades drei Obstwiesen. Daher wurden auf einer der Wiesen auch zwei Tafeln zum Lebensraum Streuobstwiese aufgestellt. Außerdem hat der Vorsitzende mit den Forstlehrlingen ein Insektenhotel gebaut und aufgestellt.
Die größte Überraschung war der dritte Platz im Wettbewerb „Echt gut - Ehrenamt in Baden-Württemberg“ in der Kategorie Umwelt und nachhaltige Entwicklung.
Der Preis wurde der Ortsgruppe am 30.10.09 im Neuen Schloss in Stuttgart vom damaligen Ministerpräsident Günter Oettinger und Ministerialdirektor Bernhard Bauer überreicht. Er wurde dem Ortsverband aufgrund seines vielseitigen Engagements verliehen. Die Gruppe pflegt auf 16 Standorten 4,7 ha Fläche, davon sechs Streuobstwiesen mit 175 Bäumen, Magerwiesen und Feuchtwiesen in Zusammenarbeit mit Landwirten und Pflegebetrieben. Es werden jährlich 180 Kopfweiden geschnitten und 150 Nistkästen für verschiedene Singvögelarten, Eulen, Mauersegler, Steinkäuze und Turmfalken betreut.
Ausschlaggebend für die Nominierung waren die vielseitigen Tätigkeiten im Naturschutz und die Beteiligung der Werksiedlung St. Christoph an den Arbeiten.
Das Preisgeld in Höhe von 500 € wird wieder in die Arbeit fließen.
Wir bedanken uns bei allen BUND-Mitgliedern und der Bevölkerung für die rege Abstimmung per Telefon und Internet für unsere Gruppe, die uns den dritten Platz ermöglichte. (WV)