Sie befinden sich hier:

Bürgerfreundlicher B 34-Ausbau anstatt A 98-Wahnsinn

Vor mehr als 4 Jahrzehnten in Zeiten des Straßenbauwahns haben die Politiker von einer durchgehenden Autobahn von Paris nach Budapest geträumt. 1970 bestimmte der Bundesverkehrsminister die Linien­führung einer Hochrhein­autobahn von Waidhof bis Jestetten. Seit Mitte der 1980er Jahre hat sich der BUND intensiv mit dieser Autobahn beschäftigt.

Wer auf den bereits fertig gestellten Teilabschnitten der A 98 fährt, wird unter Umständen gar nicht bemerken, dass er auf einer Autobahn unterwegs ist. Der Bau ist nur zweispurig ausgeführt und hat den Charakter einer Bundesstraße mit den entsprechenden Beschränkungen: Pkw max. 100 km/h, Lkw max. 60 km/h Höchstgeschwindigkeit. Weil aber die Planungen für eine vier­spurige Autobahn erfolgen, bedeutet dies, dass ein enormer Flächenverbrauch statt­finden wird. Der BUND lehnt die A 98 aus folgenden Gründen ab:

  • Parallel zu der geplanten A 98 verläuft auf Schweizer Gebiet mit der N 3 bereits eine vierspurige Autobahn. Die A 98 ist durch die Querspange A 861 an die N 3 angebunden (seit Dezember 2010 durchgehend vierspurig).
  • ­Die A 98 wird bei Oberlauchringen auf der B 34 enden. Die Ortsumfahrung Oberlauchringen wird derzeit als Bundesstraße gebaut. Ab dort ist die A 98 auch nicht mehr im Bundesverkehrswegeplan enthalten und damit ist die Diskussion über eine durchgehende A 98 bis München eine reine Phantomdiskussion.
  • Anfang 2007 hat die Schaffhauser Kantonsregierung klar gemacht, dass eine Klettgau-Autobahn als Fortführung der A 98 auf Schweizer Territorium nicht in Frage kommt und hat Lösungen auf Bundesstraßenniveau angeboten.
  • ­Eine bessere Lösung für die Verkehrsprobleme am Hochrhein ergibt sich durch die Optimierung der B 34 mit Ortsumfahrungen und Tunnellösungen wo es nötig ist.
  • ­Bei Verzicht auf eine Autobahn und eine Optimierung der B 34 wird der Flächen­bedarf halbiert, da in weiten Teilen auf eine zusätzliche Trasse verzichtet werden kann. Wertvolle Gebiete bleiben der Natur und zur Naherholung erhalten.
  • ­Eine optimierte B 34 bringt für die lärm- und abgasgeplagten Menschen entlang des Hochrheins eine größere Entlastung als der Bau der A 98, zumal sich durch die Fertig­stellung der A 98 der Verkehr entlang des Hochrheins verdoppeln wird.

 

Wird auf den Weiterbau der A 98 verzichtet gibt es genügend freiwerdende Mittel für die Verkehrsentlastung am Hochrhein, z.B. durch Tunnel­lösungen von Karsau bis Waldshut, für Einhausungen der B 34 im Bereich Brennet u.a. vernünftige Lösungen. (IB)

 

Chronologie der A 98:

 

  1. Autobahndreieck Hochrhein bis Anschlussstelle Minseln
    Offiziell im Bau (Bauarbeiten ruhen aber derzeit wegen Geldmangels)
  2. Karsau – Wehr
    Seit 2007 im Planfeststellungsverfahren (weitreichende Änderungen mit erneuter Offenlage in Arbeit)
  3. Wehr – Bad Säckingen - Murg
    bisher nur mögliche Linienführungen angedacht (Konflikte beim Bau des Haselbeckens absehbar)
  4. Murg – Laufenburg - Hauenstein
    Bauabschnitt 1: Ortsumfahrung Murg - Laufenburg – fertig bis 2012
    Bauabschnitt 2: Luttingen – Hauenstein fertig seit 2004
  5. Hauenstein – Tiengen
    Bauabschnitt 1: Hauenstein – Tiengen – derzeit keine Planung, angedacht für die Zeit nach 2025.
    Bauabschnitt 2: Ortsumfahrung Tiengen – fertig seit 1997. Dort endet die A 98 und geht in die Ortsumfahrung von Oberlauchringen über. (IB)


Ihre Spende hilft

Suche

Metanavigation: