Wie bringt man einen Bad Säckinger, Wehrer, Lörracher, Weiler, Rheinfeldener oder Waldshuter hinter dem Ofen hervor? - Das ist die Frage, die beim BUND immer wieder gestellt wird, wenn für eine Demo oder eine Sternfahrt nach Fessenheim mobilisiert werden soll. Diesmal ist es den Aktiven vom BUND gelungen - zwar nicht im Elsass, dafür aber in der Schweiz.
Es ging darum, die Betroffenheit auf deutscher Seite auch in Bezug auf die Schweizer Atompolitik darzustellen und mit den Schweizer Atomkraftgegnern zusammen ein Zeichen gegen Atomkraft zu setzen. Dies nicht nur wegen der ständigen Endlagerdebatte am Hochrhein, sondern weil die Atomlobby der Schweiz eine Renaissance der Nuklearenergie mit dem Neubau mehrerer Kernkraftwerke plant. Deshalb nahm Markus Wursthorn als Vertreter des BUND und Südbadens an den Planungssitzungen für eine zentrale Kundgebung gegen die KKW-Neubaupläne und für den Atomausstieg am 24. Mai in Gösgen teil.
Für diese Veranstaltung gelang es tatsächlich, etliche Menschen aus Südbaden zu mobilisieren - in Lörrach konnte ein von Freiburg über Schönau kommender, vom BUND Südlicher Oberrhein organisierter Bus bis auf den letzten Sitz gefüllt werden. Weitere Demonstranten aus dem Landkreis Lörrach und Waldshut reisten per Zug oder gar Velo an.
An einem sonnigen, vorsommerlich heißen Sonntag begaben sich etwa 5000 Schweizer und Deutsche auf einen langen Marsch zuerst von Aarau, wo eine Auftaktveranstaltung stattfand, zum Kernkraftwerk Gösgen und von dort aus weiter nach Olten.
In Gösgen erwartete die Demonstranten eine große Ausstellung alternativer Energiequellen. Da gab es ein Heer von Bannern, Transparenten und Wimpeln, welche in der strahlenden Sonne wehten, einen riesigen Markt der Möglichkeiten alternativer Energiequellen, Gastredner aus der ganzen Schweiz, Österreich, Baden und Frankreich traten ebenfalls auf. Die Stimmung war friedlich, doch es war eine machtvolle Manifestation gegen eine Renaissance der Kernenergie.
In 2011 wird es wieder eine Großdemonstration geben, die als Vorbereitung für das Jahr 2013 dienen soll, wenn das Schweizervolk endgültig darüber abstimmen wird, ob die Schweiz eine nukleare oder regenerative Zukunft haben soll. Schon jetzt beginnen wieder die Planungen.
Gleichzeitig hat dieser Marsch in eine neue Energiezukunft auch Mut gemacht, dass zu Beginn des nächsten Jahres auch für Fessenheim Bürger mobilisiert werden können, zumal der Unmut in der Bevölkerung gegen die konventionelle Politik und Wirtschaft wächst. (MWU)