Die Aktivitäten werden in diesem Umfang seit dem Jahr 2003 in einer Kooperation der Interessengemeinschaft Tongrube Rümmingen mit dem BUND Lörrach-Weil durchgeführt.
Bereits vor 2002 wurden Amphibienschutzmassnahmen von Einzelpersonen gemacht. Das Problem war jedoch das unzureichende Zaunmaterialien wie ca. 250 m Hasenstallzaun, die von den Tieren überklettert wurden und die gesamte Wanderungszone nur zu einem Bruchteil abdecken konnten. - Die Helfer hatten wochenlang unter lebensgefährlichem Einsatz einen Teil der wandernden Tiere im laufenden Nachtverkehr von der Strasse aufgelesen. Im Jahr 2002 wurde dann die IG Tongrube Rümmingen gegründet. Durch die Gründung konnten alle personellen Kräfte gebündelt werden und die Beschaffung der finanziellen Mittel für den Kauf eines Maybach-Amphibienschutzzaunes mit Hilfe des BUND Orts- und Kreisverbandes sowie des Landratsamtes Lörrach angegangen und in 2003 beschafft werden.
In diesem Jahr wurde der Schutzzaun erstmals zur Amphibienwanderungszeit im Februar und März installiert. Die gesamte Wanderungszone mit einer Länge von ca. 650 Meter für die Hin- u. Rückwanderung wurde eingezäunt. Von wenigen Tieren abgesehen, die im Bereich der Bachunterführung den Zaun unterquert hatten, konnten 1.574 Amphibien (Grasfrösche, Erdkröten und in kleinem Umfang Molche) von den Helfern sicher zu ihrem Laichbiotop gebracht werden.
Im Jahr 2004 wurden 100 Meter Amphibienschutzzaun nachbeschafft, um Wanderungsbereiche nach der Bachunterführung Richtung Wittlingen abzudecken. In diesem Jahr konnten 1.600 Tiere von den Helfern in Ihr Laichbiotop und zurück gebracht werden. Diese Zahlen steigerten sich im Jahr 2005 auf 3.300.
Im Rekordjahr 2006 wurden 6.163 Tiere sicher über die Landstrasse in ihr Laichbiotop und zurück gebracht. Durch den drohenden Abriss der Fabrikhallen der ehem. Tonwerke machte die Suche nach einem neuen Lagerplatz des umfangreichen Zaunmateriales notwendig. Nach vergeblichen Gesuchen unter anderem auch beim Gemeinderat Rümmingen, zeichnete sich die Lösung erst nach geduldigem Suchen in einer privaten Scheune in Rümmingen Ortsmitte ab.
Im Jahr 2007 brachen die Wanderungszahlen stark ein und lagen nur noch bei 1.419 Tieren, die in ihr Laichbiotop und zurück gebracht wurden. Auch in 2008 gab es eine weitere Reduktion der Wanderungszahlen auf nur noch 663 Tiere, die in ihr Laichbiotop und zurück befördert wurden.
Über die möglichen Gründe für die starke Abnahme der Individuen während der Wanderungsphase gibt es auch von Experten nur Mutmassungen:
Ungeschützte Rückwanderung der Jungtiere (Froschregen), die erst lange nach Abbau der Zäune sporadisch stattfindet. - Dies ist ein wichtiges Argument für eine feste Leitanlage inklusive Untertunnelung.
Änderungen der Wanderungsrichtungen sind möglich.
- Eine Überdüngung der angrenzenden landwirtschaftlichen Nutzflächen (Erdbeerfeld) kann zu einer Reduktion der Amphibienwanderungen führen.
- Ein Befall der Amphibien von Parasiten kann die Populationen dezimieren.
- Eine Vergrösserung der Anzahl der Fressfeinde kann bereits im Laichbiotop zu einem starken Rückgang der Anzahl von Jungtieren führen
- Störungen der Tiere im Laichbiotop von verschiedener Art
In den letzten beiden Jahren haben uns bekannte Amphibienschutzaktionen ähnliche Erfahrungen mit starken Rückgängen der Populationen gemacht.
Derzeit sind Abklärungen im Gange, ob der Bau einer festen Leiteinrichtung sinnvoll ist. Hauptargument für eine feste Leiteinrichtung inkl. Untertunnelung ist die bisher ungeschützte Rückwanderung der Jungtiere über den Sommer zu Ihren Winterquartieren. - Das Jahr über werden bei sommerlichem Regenwetter auch erwachsene Amphibien während ihrer sporadischen Wanderungsbewegungen in grosser Zahl in diesem Bereich überfahren.
Ein weiterer Grund ist der jedes Jahr gefährliche Einsatz für die Helfer, die bei Nacht und meist schlechtem Wetter Ihren enorm zeitaufwändigen Dienst an der stark und schnell befahrenen Landstrasse verrichten. Häufig wurden in den letzten Jahren Helfer trotz auffälliger Schutzkleidung von rücksichtslosen Autofahrern gefährdet, es kam unsererseits zu mehreren Anzeigen bei Polizei in Weil am Rhein.